Beseelte Wolken

Es ist Nacht und ich fah­re mit dem Auto über die Bun­des­stra­ße. Der Herbst­wind treibt die Blät­ter der Lin­den in dich­tem Gestö­ber vor sich her. Selbst im Auto kann ich fast den Wind spü­ren und die erdi­ge Luft rie­chen. Vor mir hän­gen tief die Wol­ken, die von einer Refle­xi­on der unter­gan­ge­nen Son­ne tiefro­sa erleuch­tet sind. Sie erschei­nen mir belebt und ich ver­su­che zu ver­ste­hen, was sie mir sagen wol­len. Mir kommt Tar­kow­skis »Sola­ris« in den Sinn: die Wol­ken­bil­der wir­ken ähn­lich leben­dig wie die Ober­flä­che die­ses geheim­nis­vol­len Pla­ne­ten mit ihren ozea­ni­schen Wel­len und Düns­ten. Wie kämen wir dazu, die Vor­stel­lung uni­ver­sa­ler Beseelt­heit in alles, was uns in der Natur begeg­net, zu pro­ji­zie­ren, wenn da nicht etwas wäre, was die­ser Erwar­tung entspricht!

Von Regenpfeifer

Der »regenpfeifer« heißt mit bürgerlichem Namen Hermann Josef Eckl und lebt in Regensburg. Mehr über ihn erfahren Sie hier. Auf seiner Pinnwand können Sie seine Beiträge kommentieren.

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