Halbdunkel

Am frü­hen Mor­gen im Haus: im Halb­dun­kel hal­len mei­ne Schrit­te, von drau­ßen fällt das Son­nen­licht her­ein, ohne den Schat­ten auf­zu­hel­len. Erin­ne­run­gen an die Kind­heit wer­den wach: die küh­len­den Flie­sen im Haus­gang scharf abge­setzt vom glei­ßen­den Licht und der Hit­ze im Garten.

Weni­ge Stun­den spä­ter nach der Tau­fe von Felix Stein­leit­ner (Dehm) im Stadt­park »Unter den Lin­den«: nichts Schö­ne­res als im Schat­ten zu sit­zen und sich den Duft des Som­mers in die Nase wehen zu las­sen. Im Hoch­som­mer ist der Rhyth­mus der Natur nor­ma­ler­wei­se spür­bar ver­lang­samt, die Dyna­mik des Früh­lings und Früh­som­mers gebro­chen. In die­sen Juli­ta­gen ist das anders: der noch unge­wöhn­lich star­ke Gesang der Vögel bringt Bewe­gung in die trä­ge Wär­me und das bedäch­ti­ge Rau­schen der Blät­ter, ohne dem Ein­druck, dass das alles nicht mehr recht an der Zeit sei, ent­ge­gen­tre­ten zu kön­nen. Dann plötz­lich ein küh­len­der Luft­zug, der – unvor­her­sag­bar, wie ein Geschenk – den Geruch von Gewür­zen und Blu­men mit sich führt und andeu­tet: hin­ter der Stil­le ist Leben.

Von Regenpfeifer

Der »regenpfeifer« heißt mit bürgerlichem Namen Hermann Josef Eckl und lebt in Regensburg. Mehr über ihn erfahren Sie hier. Auf seiner Pinnwand können Sie seine Beiträge kommentieren.

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