Brauche ich ein Blasphemie-Gesetz?

Es ist völ­lig unklar, wen oder was ein Blas­phe­mie-Gesetz, das nun ver­schie­dent­lich gefor­dert wird, eigent­lich schüt­zen soll. Fra­ge ich mich, ob ich für mich per­sön­lich solch ein Gesetz für wün­schens­wert erach­ten soll, so kom­me ich zu dem Schluss, dass ich über­haupt erst durch ein der­ar­ti­ges Gesetz so etwas wie eine Belei­di­gung ver­spü­ren wür­de. Ich habe näm­lich kei­ne »reli­giö­sen Gefüh­le«, son­dern reli­giö­se Über­zeu­gun­gen. Und für die­se mei­ne ich zwar kei­ne »Bewei­se«, aber doch sehr gute Grün­de zu haben, die es mir erlau­ben, jeder­zeit dafür ein­zu­ste­hen. Ein Blas­phe­mie-Gesetz hin­ge­gen wür­de unter­stel­len, dass mei­ne Über­zeu­gun­gen und deren Grün­de kei­ner ernst­haf­ten ratio­na­len Aus­ein­an­der­set­zung für wert gehal­ten wer­den. Viel­mehr scheint man davon aus­zu­ge­hen, sie sei­en der­art schwach, dass sie sich im frei­en Dis­kurs nicht behaup­ten könn­ten, statt­des­sen einer Art Son­der­sta­tus bedürf­ten, mit dem die hilf­lo­sen Gläu­bi­gen geschützt wer­den müss­ten. So wie man Arten, die sich an ver­än­der­te Lebens­be­din­gun­gen nicht mehr anpas­sen kön­nen, unter Natur­schutz stellt. So sym­pa­thisch und wich­tig mir der Schutz bedroh­ter Lebens­for­men ist – für mich und mei­ne Über­zeu­gun­gen ver­bit­te ich ihn mir.

Von Regenpfeifer

Der »regenpfeifer« heißt mit bürgerlichem Namen Hermann Josef Eckl und lebt in Regensburg. Mehr über ihn erfahren Sie hier. Auf seiner Pinnwand können Sie seine Beiträge kommentieren.

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